Welche Techniken wendet die Osteopathie an?

Craniosacrale Techniken

Bei der „craniosacralen Osteopathie“ steht die direkte Behandlung vom Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum) im Fokus. Sehr medizinisch erklärt besteht das craniosakrale System aus Membranen und der cerebrospinalen Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgeben und schützen. Spannungsveränderungen oder Verklebungen in diesem System können zu einer Vielfalt von sensorischen, motorischen und neurologischen Problemen führen. Beim Erwachsenen können Störungen im craniosacralen System Probleme wie z.B. Migräne, Kiefergelenksproblematiken, Allergien, Asthma bronchiale, Tinnitus, Herzrythmusstörungen verursachen. Hierbei kann die Ursache viele Jahre zurückliegen, oftmals zusammenhängend mit der eigenen Geburt oder Unfällen im Kindesalter.

Die craniosacrale Behandlung führt weiterhin zu einer tiefen Entspannung auf der muskulären und emotionalen Ebene. Oft berichten die Patienten von einer nie empfundenen „Leichtigkeit“ oder „Schweben wie auf Wolken“. Mit sanften Manipulationen an Schädelknochen, Wirbelsäule und Becken werden körpereigene Abläufe beeinflusst und Gewebespannungen gemindert.

Als manuelle Behandlungstechnik ist die Craniosacraltherapie fest in der Osteopathie verankert, sie ist eine der drei Grundsäulen in der Osteopathie. Dennoch nimmt die Craniosacraltherpaie noch einen besonderen Stellenwert ein, denn immer mehr Therapeuten spezialisieren sich ausschließlich auf diese Technik und bieten dann reine Craniosacraltherapie an. Dieter Waider praktiziert in der Osteopathe Praxis Köln gleichwohl wie in der Osteopathie Praxis Lippstadt gemäß dem Konzept der klassischen Osteopathie nach Andrew Taylor Still, welche auf den drei Säulen Cracionsacrale, Viszerale und Parietale Osteopathie aufbaut.

Viszerale Techniken

Die viszerale Osteopathie behandelt die inneren Organe. Als Viszera oder „Eingeweide“ bezeichnet man die Gesamtheit der im Schädel und in den großen Körperhöhlen gelegenen inneren Organe. Im normalen Sprachgebrauch wird der Begriff synonym mit den Baucheingeweiden verwendet.
Es werden sanfte Techniken angewendet, die die bessere Durchblutung des betroffenen Organs bewirken. Blockaden, die in Folge von Entzündungsprozessen, Operationen, Traumen, schlechten Ernährungsgewohnheiten und langanhaltenden Stresszuständen entstanden sind, lassen sich so lösen. Auch bei der Behandlung der inneren Organe wird der Mensch ganzheitlich osteopathisch behandelt.

Nicht selten werden auch durch Erkrankungen der inneren Organe z.B. Rückenschmerzen ausgelöst. Eine entzündete Gallenblase kann Schulterschmerzen bereiten, Herzprobleme können Schmerzen in der Brustwirbelsäule auslösen. Im Umkehrschluss kann eine blockierte Brustwirbelsäule Herzprobleme verursachen bis hin zur Vortäuschung eines Herzinfarktes. Hier leistet die Osteopathie gute Hilfe. Die emotionale Seite der Beschwerden lässt sich wiederum mit Homöopathie gut behandeln.

Illustration Techniken Behandlung Viszeral

Osteoartikuläre Techniken

Diese Techniken wirken auf die Gelenke des Körpers und sind Grundlage der Arbeit im Bereich von akuten und chronischen Problemen und Schmerzen des Bewegungsapparates (z. B .Hexenschuss). Je nach Befund wird durch Mobilisationen, Manipulationen oder Muskelenergietechniken behandelt mit dem Ziel Gelenkblockierungen zu lösen.

Die Wirksamkeit dieser Behandlung geht weit über die am Gelenk angewendete Technik hinaus. Wird die Beweglichkeit verbessert wird, werden sich daraufhin auch alle anderen Bereiche des Körpers neu einstellen. Ein Beispiel soll dies erläutern:

Ein Umknicken mit dem Fuß kann Fehlstellungen von Knochen, Muskeln und Bändern nach sich ziehen und so über Ursache/Folgeketten z.B. die Beweglichkeit der Beckengelenke einschränken. Eine weitere Folge kann ein Hexenschuss oder eine Überlastung der Lendenwirbel und Bandscheiben sein, die nun den Funktionsverlust kompensieren müssen. Die Hals- und Brustwirbelsäule werden in diesen Mechanismus mit einbezogen, damit die Wirbelsäule im Gleichgewicht bleibt. Eine schnelle unkontrollierte Bewegung oder ein kalter Luftzug kann hartnäckige Schmerzen auslösen. Die Kette hat in diesem Fall ihre Ursache am Fuß und muss daher auch von hier aus behandelt werden.

Ursprünge der kraniosakralen Therapie

Diese Therapieform geht auf den amerikanischen Osteopathen William Sutherland zurück, der ein Schüler des Begründers der Osteopathie, Andrew Taylor Still, war. Sutherland sorgte am Anfang des 20. Jahrhunderts für Aufsehen, denn er erklärte, dass zwischen fest verbundenen Knochen wie den Schädelknochen eine gewisse Beweglichkeit bestehe. Diese Ideen von Sutherland griff der amerikanische Osteopath und Chirurg John Upledger auf. Er untersuchte das Zusammenspiel zwischen Hirn- und Rückenmarkshäuten sowie Schädel und Wirbelsäule.

Aufgrund seiner Untersuchungen und Praxiserfahrungen kam er zur Überzeugung, dass der Therapeut ein rhythmisches Pulsieren der Gehirnflüssigkeit (Liquor) ertasten und durch bestimmte Techniken beeinflussen kann. Diese Beeinflussung des Liquor-Pulses ist der Hauptansatzpunkt bei der Craniosacraltherapie. Der Begriff „craniosacral“ ergibt sich aus dem Anwendungsbereich von Schädel (lateinisch: Cranium) bis Steißbein (Os sacrum).

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