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Säuglingsosteopathie

Fragen aus der täglichen Praxis: Ein paar Gedanken und Reflektionen auch über Jameda und Co.

By | Säuglingsosteopathie

Anzahl der Behandlungen

Wir werden oft am Telefon gefragt, wieviele Behandlungen denn benötigt werden.
Eine berechtigte Frage aber nicht einfach zu beantworten.
Wenn ein Patient das erste Mal zu uns kommen möchten, kennen wir dessen Gesundheitszustand nicht, noch wissen wir, was dieser Patient an Potential mitbringt. Osteopathie richtet sich an jeden Patienten in seiner Individualität, so können wir nicht pauschal sagen: Einmal Rückenschmerzen drei mal kommen, einmal Kopfschmerzen fünfmal kommen. Die Heilungsreaktion eines individuellen Menschens lässt sich nicht vorhersagen. Daher ist es aus unserer Sicht schlicht unseriös gleich mehrere Termine auf einmal zu vergeben. In unserer Praxis vergeben wir daher bei der Anmeldung nur einen Termin. Alles weitere ergibt sich nach der ersten Diagnose und Behandlung.

Eine andere, sehr beliebte Frage lautet: Wie lange dauert denn die Behandlung?

Auch diese Frage ist berechtigt, schließlich haben wir alle einen sehr eng getakteten Alltag.
Nun, mein Fliesenleger, der die Dusche neu ausgespritzt hat, benötigte dafür 15 Minuten. Im Gegensatz dazu braucht sein Auszubildender 45 Minuten.
Der Fliesenleger rechnet nach Metern ab. Der Kunde bezahlt die gute Arbeit, das know- how und die Erfahrung des Experten.
Am Ende zählt das Ergebnis. Eine Behandlung dauert so lange, bis Ihre Blockaden und muskuläre Spannungen gelöst sind und Sie eine Besserung verspüren. Wir planen 40-45 min ein, es kann aber auch mal etws läner dauern. In unserer Welt haben wir uns angewohnt alles im Stundentakt zu erledigen, aber der Körper geht nicht immer in diesem Takt mit. Manchmal braucht es einfach seine Zeit.
Die Behandlung von Säuglingen
Für uns ist es besonders für die Behandlung von Säuglingen wünschenswert, dass die Eltern pünktlich und gut vorbereitet zur Behandlung erscheinen. Der Klassiker: Gerade fängt die Behandlung an, dann ist auch schon die Windel voll und muss gewechselt werden. Natürlich ist dies nicht wirklich “wegzuplanen” und meistens ist die Situation ganz schnell wieder im Griff, wenn die Eltern gut vorbereitet sind oder auch einfach ein wenig früher gekommen sind. Gerade hier in der Großstadt ist es einfach gut, mit Alltagswidrigkeiten zu rechnen und auch die Verkehrssituation zu berücksichtigen.
Für uns ist es schwierig Verspätungen aufzufangen denn wir möchten auch den nachfolgenden Patienten so wenig Wartezeit wie möglich zuzumuten.

„Das dauert ja ewig“ – Wieviel Wartezeit ist zumutbar?

Wenn Patienten warten müssen, sind sie schnell genervt. Und wo kann man am besten seinen Frust auslassen? Im Internet auf dem Bewertungsportal. Da ist dann ganz schnell was geschrieben, was dann ewig so da steht.
Dies nervt alle Beteiligten, führt schon Mal zu schlechten Bewertungen in Portalen, genauso wie die ehrliche Aussage:
Ihr Baby hat nur Koliken. Diese können nicht immer wegtherapiert werden. Das kann so schlimm sein, dass nicht selten verzweifelte Eltern mit diesen Symptomen in die Notfallaufnahme eine Krankenhauses gefahren sind. Wir behandeln dann, wenn es keine anderen Symptome gibt, meistens kein zweites Mal.
Wir könnten auch drei-, vier-, oder fünfmal behandeln: Es vergehen einige Wochen und die Koliken sind dann auch verschwunden.

Noch eine Geschichte, bitte nicht so ernst nehmen:

Die 7 besorgten Mütter von 7 Babys

Ich erzähle besorgten Müttern gerne die Geschichte von den sieben Müttern die sich mit ihren Babys im Kaffee treffen.
Von jedem Baby gibt es was anderes zu berichten: „Ach mein Kleiner schreit immer nur” oder: “Also, die Luisa, die will ja partout nicht schlafen.” Und wo weiter.
Plötzlich verkündet eine Mutter stolz: „Mein Kind schläft nachts schon durch!“
Was passiert? Am nächsten Tag sind die Mütter mit Ihrem Baby beim Kinderarzt, da vielleicht mit dem eigenen Säugling was nicht in Ordnung ist.

In Südtirol habe ich auf dem Bauenhof erlebt, dass Babys morgens um 06:30 Uhr vor dem Kuhstall im Zwillingskinderwagen beim Melken zugesehen haben. Ayurvedische Babymassage oder Yoga für Mutter und Kind kannte dort keiner.
Vermutlich klingt das jetzt so ähnlich wie “früher, zu meiner Zeit, da war ja alles noch …” Ja, vielleicht. Vielleicht provoziert Sie dieser Artikel. Vielleicht regt er Sie zum Nachdenken an. Das wäre schön.
Nachdenken. Achtsam sein. Vielleicht trägt es zu einem entspannteren Umgang in den ersten Wochen nach der Geburt bei.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!